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27. August 2018

Gemeinsamer Waldbrandeinsatz für Bergwacht und Feuerwehr

Es war der größte gemeinsame Einsatz seit Jahren, den Bergwacht und Feuerwehr aus Ruhpolding vergangene
Woche zu bewältigen hatten: Beim Waldbrand am Ochsenlahnerkopf waren mehrere Dutzend Einheimische
im Einsatz. Die Zusammenarbeit beider Organisationen klappte dabei hervorragend.
Am Montagabend der letzten Woche hatte die Leitstelle Traunstein die Einsatzleitung von Bergwacht und
Feuerwehr Richtung Staubfall geschickt. Eine Wanderin hatte im Steilgelände zwischen Ochsenlahnerkopf
und Kreuzschneid Rauch gesehen. Die Rettungskräfte konnten die Rauchsäule bestätigen und lösten einen
Einsatz aus. Da die Stelle nur aus der Luft zugänglich war, kam ein Polizeihubschrauber zur Unterstützung.
Im Überflug sah man, dass es auf einem Platz von 6×6 Metern am Boden schwelt. Erste Löschversuche aus
der Luft am Montagabend brachten wenig. Regen war frühestens für Donnerstag gemeldet.
Um ein Ausbreiten des Feuers zu verhindern, startete bei Tagesanbruch am Dienstag ein großer
Löscheinsatz. Ein eigens beauftragter Transporthubschrauber aus St. Johann im Pongau füllte seinen
Löschbehälter im Speichersee an der Wildalm im Heutal und warf große Mengen Wasser ab.
Feuerwehrleute und Bergretter, die bereits in sicherer Entfernung oben an der Brandstelle waren,
beobachteten den Wasserabwurf aus nächster Nähe. Der qualmende Glutstock lag derart geschützt
zwischen Latschenbewuchs und unter einer markanten Fichte versteckt, dass das Wasser kaum zum
Brandherd vordrang. Es blieb nichts anderes übrig, als von Hand zu löschen. Und das an einem derart
schwer zugänglichen Platz, dass alles und jeder geflogen werden musste.
Während ein Polizeihubschrauber mit Außenwinde Zweierteams von Bergwacht und Feuerwehr an den Berg
flog, brachte die Transportmaschine tonnenschwere Wassertanks, Pumpen sowie Schläuche, Werkzeug
und Motorsägen nach oben. Die Hubschrauber mussten den Bereich über der Brandstelle meiden, um den
Brand durch Rotorwind nicht weiter anzufachen. Der Lande- und Lagerplatz am Berg musste deshalb mehr
als 100 Meter abseits der Brandstelle liegen. Ein bedeutender Mehraufwand für die Retter: In stundenlanger
Arbeit richtete die Bergwacht das steile Gelände mit Fixseilen ein, half beim Schläuche verlegen und
sicherte die Feuerwehrmänner, die alle Glutnester im Boden mühevoll aufarbeiteten und mit Wasser ablöschten.

Rund 30 Helfer von Bergwacht und Feuerwehr arbeiteten in zwei Schichten an der Brandstelle.
In der Einsatzzentrale am Biathlonzentrum waren weitere 50 Leute im Einsatz, darunter Bergwacht und
Feuerwehr, Polizei, Rotes Kreuz, Vertreter vom Landratsamt sowie weitere Helfer. Neben Bergwacht und
Feuerwehr aus Ruhpolding halfen die Bergwachten aus Inzell und Traunstein sowie die Feuerwehren aus
Inzell, Unken, Siegsdorf und Bad Reichenhall. Die Luftarbeit übernahmen Maschinen der
Polizeihubschrauberstaffel Bayern sowie ein Transporthubschrauber der Firma Heli Austria aus St. Johann
im Pongau.
Nachdem der ganze Glutstock zersägt, gelöscht und letzte Glutnester per Wärmebildkamera aus der Luft
lokalisiert waren, kam am Nachmittag der Funkspruch von der Einsatzstelle: „Feuer aus!“. Der Brand war
vorerst gelöscht, ein potentiell großes Feuer im Ruhpoldinger Gemeindegebiet verhindert worden. Die
Einsatzkräfte am Berg wurden ins Tal gebracht. Material und Löschwasser blieben am Berg für den Fall,
dass nochmal etwas aufflammt. In den folgenden Tagen führte die Polizei weitere Kontrollflüge mit
Wärmebildkamera durch, fand aber nichts mehr. Das Feuer war endgültig aus.
Nach dem schlechten Wetter am vergangenen Wochenende konnten Bergwacht und Feuerwehr das
Material am Berg erst diese Woche bergen. Dafür waren noch einmal rund zwei Dutzend Ehrenamtliche
sowie ein Polizeihubschrauber im Einsatz.

2018-08-28T08:51:20+00:00